Auch Kinder werden in Flüchtlings-Lagern festgehalten

Die 6 abgeriegelten Flüchtlings-Lager in Polen, in denen sich vor allem Menschen nach einem illegalen Grenzübertritt aufhalten, unterstehen Grenzschutz-Einheiten.

Das Reglement ähnelt denen von Gefängnissen. Zugestanden werden den Insassen vor allem medizinische Versorgung und eine ausreichende Ernährung, wobei religiöse Gewohnheiten möglichst zu beachten sind. Auch die Mindestgrösse der zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten ist geregelt, für einen alleinstehenden Mann z. B. 3 Quadratmeter, für eine Mutter mit Kind 4 Quadratmeter. Auch äusserlich ähneln die sog. “bewachten Zentren für Fremde” Gefängnissen, – hohe Mauern mit Stacheldrahtkronen,  uniformiertes und bewaffnetes Wachpersonal, Abtrennung des Flüchtlings-Trakts mit Gittertüren. 

Insgesamt bemühen sich nach Medienberichten z. Zt. in Polen ca. 6000 Menschen um einen Asylstatus, die meisten von ihnen kommen aus den Kriegs- und Krisengebieten Mittelasiens. Viele der Flüchtlinge sehen Polen jedoch nur als Transitland in Richtung Westen. Werden sie bei einem nicht erlaubten Grenzübertritt z. B. nach Deutschland “erwischt”, erfolgt die Einweisung in eines der bewachten Flüchtlingszentren. Dort werden z. Zt. einige Hundert Menschen festgehalten. 

Nach diversen Klagen von Menschenrechts-Organisationen gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung Tusk, weilte Ende 2010 eine Delegation des Europaparlaments unter Leitung  des Abgeordneten Patrick Gaubert in Polen und besichtigte zwei der Zentren. Aufgrund deren Empfehlung erarbeitete die “Vereinigung für juristische Interventionen” im Februar diesen Jahres einen Monitoring-Bericht.

In diesem Bericht wird insbesondere die Behandlung von Kindern und Schwangeren kritisiert. Die Verweigerung des Schulbesuchs für die Kinder sei auch ein Verstoss gegen die polnische Verfassung. Aber offensichtlich hat der Bericht noch nicht viel bewegt. Am heutigen “Tag des Flüchtlings” berichtet TVP Info aus dem Flüchtlings-Zentrum Krosno an der Oder. Auf die Frage nach der Situation der Kinder erklärt die interviewte Grenzschutz-Offizierin aber immerhin, dass man für diese inzwischen einen Spielplatz im bewachten Areal eingerichtet habe.

Quelle:www.infoseite-polen.de

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