Rostowski: Keine Eile bei Euro-Einführung
Polens Finanzminister hält die Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 2015 zwar immer noch für möglich.
“Aber”, so Rostowski gestern gegenüber Medienvertretern, “wir beeilen uns nicht, um in den Euro-Raum zu kommen”. Und mit Blick auf das Griechenland-Desaster fügte er hinzu: ” Man muss auf verschiedene Situationen flexibel reagieren können und bis jetzt war es gut, dass wir nicht der Euro-Zone angehörten”.
Rostowski spielte damit auf die Abwertung des Zloty im Zuge der Finanzmarktkrise an. Sie hat zwar dem Land auch einige Probleme bereitet, gilt aber auch als eine Ursache dafür, dass Polen 2009 im Unterschied zu seinen Nachbarländern nicht in eine rezessive Wirtschaftsentwicklung abglitt.
Polen fehlen zur Zeit aber auch die formalen Voraussetzungen für eine Beitritt zur Euro-Zone, ja selbst zum europäischen Wechselkurs-Mechanismus. Lediglich bei der Staatsverschuldung, die 2009 bei 51 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag, erfüllt man eines der sog. Maastricht-Kriterien. Andererseits ist zu fragen, ob die Maastricht-Kriterien, insbesondere die Limitierung der öffentlichen Neuverschuldung auf 3 % des BIP, überhaupt noch einen Wert haben, denn 2009 wurden sie nur von 3 der 27 EU-Länder erfüllt.
In den polnischen Medien werden immer wieder neue Termine für den Beitritt zur Euro-Zone genannt. Die Wirtschaftsredaktion der Gazeta Wyborcza nannte jüngst das Jahr 2017 als wahrscheinliches Beitrittsjahr, das Internetportal bankiers.pl glaubt an 2018. Die Rzeczpospolita meint in ihrer heutigen Ausgabe, dass Spekulationen dieser Art überflüssig sind, denn niemand wisse, wie lange die Euro-Zone in der bisherigen Form überhaupt noch existiere.
quelle: infoseite-polen.de
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